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Den Blick heben

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(Diakon Jörg Lange) „Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?“ Dieser Satz aus Psalm 121 gehört vielleicht zu den bekanntesten Worten der Bibel. Und vielleicht bekommt dieser Vers eine besondere Anschaulichkeit, wenn man gerade an einem Berg unterwegs ist.

Einige Menschen aus unserer Gemeinde sind in diesen Tagen in den Alpen unterwegs. Sie wandern durch Täler und über Höhenwege, steigen hinauf zu Almen und kleinen Gipfeln und erleben die Berge in ihrer ganzen Größe. Wer einmal dort oben unterwegs war, kennt diesen besonderen Moment: Man bleibt stehen, schaut hinauf - und kommt aus dem Staunen kaum heraus.

Berge können einen Menschen klein machen. Sie führen uns vor Augen, dass wir nicht das Maß aller Dinge sind. Zugleich wissen wir: Berge sind keine harmlosen Kulissen. Bergstürze in den Alpen und im Himalaya haben uns zuletzt daran erinnert, wie gewaltig Natur sein kann. Auch beim Wandern bleibt ein Respekt vor der Schöpfung und ihren Kräften.

Und vielleicht darf dieser Blick auch weitergehen zu den Menschen, die von Bergstürzen betroffen sind: Wo Hilfe gebraucht wird, können auch wir überlegen, was wir beitragen können - durch Gebet, Spenden und konkrete Unterstützung.

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.“ Der Beter des 121. Psalms kennt diesen Blick. Aber er bleibt nicht bei den Bergen stehen. Der Beter des Psalms fragt: „Woher kommt mir Hilfe?“ Und seine Antwort lautet: „Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.“

Das ist vielleicht das Entscheidende: Der Glaube nimmt uns die Berge nicht weg. Und er nimmt auch unsere Sorgen nicht einfach weg. Die Sorgen, die jede und jeder mit sich trägt - um Menschen, um die Zukunft, um die eigene Gesundheit oder darum, wie es weitergeht - dürfen da sein.

Aber der Glaube lässt uns die Welt mit anderen Augen sehen. Wir können staunen über die Schönheit der Schöpfung - und zugleich darauf vertrauen, dass unser Leben nicht allein von unserer eigenen Kraft abhängt.

Dafür muss man übrigens gar nicht bis in die Alpen fahren. Auch bei uns gibt es Höhen, Wege und Aussichtspunkte. Mitten in Ostwestfalen. Es sind natürlich keine Dreitausender. Aber vielleicht reichen sie, um einmal den Alltag hinter sich zu lassen, den Blick zu heben und sich an die Worte des Psalm-Beters zu erinnern:

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?“

Vielleicht wäre das ja eine gute Idee für die nächsten Tage: Einmal losgehen. Eine der Höhen bei uns zu besteigen. Den Blick schweifen lassen. Und dabei entdecken, dass Gottes Schöpfung auch vor unserer Haustür groß genug ist für Staunen, Aufatmen und neue Zuversicht.

Nicht weil dann alle Sorgen verschwunden wären. Sondern weil wir ihnen vielleicht mit etwas mehr Weite begegnen können - und mit der Hoffnung: Wir sind auf unserem Weg nicht allein.

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