Jesus nimmt frei
(Diakon Lange) In diesen Sommertagen habe ich ein kleines Buch entdeckt: „Jesus nimmt frei“ von Nicholas Allan. Eine Geschichte, die perfekt zu einem Wochen-Ende und einem Sonntag in der Sommer- und Ferienzeit passt.
„Jesus nimmt frei“ erzählt davon, dass Jesus, göttlich und menschlich zugleich, auch einmal einen Tag frei genommen hat. Unermüdlich hatte Jesus gearbeitet, geheilt, getröstet, gelehrt, um die Menschen und die Welt zu verändern. Aber eines Morgens wacht Jesus völlig erschöpft auf. Nichts will an diesem Tag so richtig gelingen. Schließlich sucht Jesus einen Arzt auf. Die Diagnose ist eindeutig: „Du hast dich überarbeitet, Jesus. Nimm dir einen Tag frei. Ruh dich aus. Tu etwas, das dir Spaß macht. Dann wird es dir besser gehen.“
Jesus erklärt seinen Freunden, was der Arzt ihm verordnet hat. Dann geht er spazieren, übt in der Wüste Rad schlagen, picknickt unter einer Palme, geht schwimmen, unternimmt einen langen Ausritt auf seinem Esel. Kurz: Es wird ein wundervoller Tag. Doch abends packt Jesus das schlechte Gewissen. Niemandem hatte er heute geholfen, niemanden getröstet, niemandem von Gott erzählt. War dies nicht ein verlorener Tag?
Jesus ist unsicher. Und er tut das einzig Richtige: er sucht Rat bei Gott. Jesus berichtet seinem Vater von seinem freien Tag und seinem schlechten Gewissen. Aber Gott sagt zu ihm: „Schau auf die Erde: Wo du Rad geschlagen hast, sind Wasserquellen entsprungen. Wo du gepicknickt hasst, tragen die Bäume reiche Früchte. Wo du geschwommen bist, haben die Fischer großes Fang-Glück. Die Menschen, die dir beim Esel-Ritt begegnet sind, wurden froh. Nur wer selbst Freude hat, kann Freude weitergeben.“
Abends freuten Jesu Freunde sich, dass er nach dieser Auszeit so erholt zurückkehrte. Und als Jesus am nächsten Tag fröhlich erwacht, wird ihm bewusst, dass sein freier Tag nicht nutzlos war.
Nein, in der Bibel können wir diese Geschichte so nicht lesen. Aber wir lesen davon, dass Jesus sich immer wieder zurückzog in die Stille, in die Einsamkeit, in das Gebet, sich eine Auszeit nahm. Es tut gut, immer wieder einmal auszuspannen. Einmal nichts zu tun. Den Kopf wieder freizubekommen. Zeit für Muße zu haben. Körper und Seele entspannen zu lassen.
Am Sonntag. In den Ferien.
„Und Gott ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken.“ (1. Mose 2,2b)
Selbst Gott hat sich nach sechs Tagen Schöpfungsarbeit einen Tag Ruhe gegönnt.,
sich frei genommen. Damals, am siebenten Tag!
Die Bibel malt uns dieses Bild der Entstehung der Welt so vor Augen:
Nachdem Gott an sechs Tagen die Welt geschaffen hat,
schaut er wohlwollend an, was er schuf.
Dann ruht er aus. Gott nimmt frei.
Und er lädt uns ein auszuruhen (Vgl. 2. Mose 20,8-11).







