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Worte

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(Diakon Jörg Lange) „Das war doch nicht so gemeint.“ Wie schnell sagen wir das. Und: Gesagt ist gesagt. Ein Satz kann treffen wie ein Schlag. Oder tragen wie eine helfende Hand.

In diesen Tagen erleben wir regelmäßig, wie Worte schärfer werden. In Gesprächen, in sozialen Medien, manchmal sogar im ganz normalen Alltag. Da wird schnell geurteilt, zugespitzt, abgewertet. Und hinterher bleibt oft etwas hängen. Ein Stachel, der sich nicht so leicht wieder herausziehen lässt.

Die Bibel kennt diese Macht der Worte sehr genau. Im Jakobusbrief (Jak. 3,10) heißt es: „Aus einem Mund kommt Loben und Fluchen.“ Und man spürt: Das ist kein neues Problem. Schon immer konnten Worte beides sein - zerstörerisch oder heilsam.

Dabei sehnen wir uns doch eigentlich nach etwas anderem. Nach einem Wort, das aufrichtet. Nach einem Satz, der nicht klein macht, sondern Mut gibt. Vielleicht kennen Sie das: Jemand sagt zur richtigen Zeit das Richtige - und plötzlich wird manches ein gutes Stück leichter. Ein einziger Satz kann einen Tag verändern. Manchmal sogar ein Leben.

Mark Twain soll einmal gesagt haben: „Ich kann von einem guten Lob zwei Monate leben.“

Worte haben Gewicht. Sie schaffen Wirklichkeit. Sie können Brücken bauen - oder Gräben vertiefen.

Was wäre, wenn wir dieses ernster nähmen? Wenn wir unsere Worte nicht einfach laufen lassen, sondern sie bewusster wählen? Nein, nicht jedes Wort muss und kann perfekt sein. Aber vielleicht kann es zugewandt sein. Freundlich. Klar, ohne verletzend zu werden.

Ein Sprichwort der Bibel sagt: „Freundliche Worte sind wie Honig: süß für den Gaumen und gesund für den ganzen Körper.“ (Sprüche 16,24) Das ist ein schönes Bild: Worte, die gut tun. Worte, die heilen.

Vielleicht ist das ein kleiner Anfang für den Alltag: heute einem Menschen ein gutes Wort sagen, ein ehrliches Lob, ein aufmerksames Nachfragen, ein Satz, der zeigt: Du bist gesehen.

Es braucht nicht viel. Aber es kann viel verändern. Und vielleicht beginnt genau dort, wonach wir uns sehnen: mehr Menschlichkeit, mehr Frieden - mitten unter uns.

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