Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne
(Pfarrer Martin Brings) In den letzten Tagen haben wir ihn alle gespürt: den Zauber, der dem Jahreswechsel innewohnte. Egal, ob wir ausgelassen gefeiert oder still innegehalten haben – kaum jemand hat ignoriert, dass ein neues Kalenderjahr begonnen hat. Irgendwie haben wir alle den Übergang zelebriert und anders gestaltet als andere Nächte.
Jetzt aber ist schon der dritte Tag im neuen Jahr. Spätestens nach diesem Wochenende und allerspätestens am Mittwoch, wenn auch für die Schulkinder die Weihnachtsferien zu Ende gegangen sind, hat uns der Alltag wieder. Das neue Jahr ist eben nur wenige Tage lang neu, der gefühlte Aufbruch in neue Tage endet ganz schnell wieder im alten Trott.
Ist damit aber auch automatisch aller Zauber verflogen? Bleibt uns letztendlich nichts anderes, als der entzauberten Realität unseres Lebens ins Auge blicken zu müssen?
Auf den vergangenen Tagen lag neben dem Jahresanfang noch ein anderer Zauber. Der Glanz der Weihnacht schimmert immer noch nach. Wir haben gefeiert, dass Jesus Christus als unser aller Heiland in die Welt gekommen ist. Er ist gekommen, um zu bleiben. Der Zauber seiner Nähe und seiner Liebe verfliegt nicht nach wenigen Tagen. Er wird bleiben, auch wenn wir die Festdekoration wieder verstaut haben; und er wird uns immer noch tragen, wenn wir längst wieder im Trott unseres Lebens angekommen sind. Nicht umsonst haben die ersten Christen festgehalten: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.

Bei allen Wechselfällen des Lebens - Jesus Christus teilt sie alle mit uns: die Freude und die Sorge, das Glück und den Schmerz. Er ist der, der verlässlich mitgeht, vom Anfang bis zum Ende und der uns zeigt, dass wir - egal, wie sich der Weg für uns gerade anfühlt und darstellt – niemals aus der Liebe Gottes herausfallen.
Der, der schon vor Zeiten den Menschen nahe war, ist es auch heute. Und er wird bis in Ewigkeit derselbe sein, nämlich der liebende, behütende, fröhlich machende, Kraft und Trost schenkende Begleiter unseres Lebens. Diese Gewissheit wünsche ich uns am Anfang des neuen Jahres: Die Zuversicht, dass er da ist. Immer. Dass er da ist und Gutes mit uns vorhat. Amen.






