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Beten ist nicht nur etwas für Kinder PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Kai-Uwe Spanhofer   
Donnerstag, den 24. Februar 2011 um 19:09 Uhr

Seine Hände haben verzweifelt um eine Antwort gerungen. Jetzt sind sie ganz ruhig zum Gebet gefaltet. Er will mit Gott reden, der ihm nach dem plötzlichen Tod seines Bruders zum Rätsel geworden ist. Am Ende sprechen wir gemeinsam die Worte, die Jesus schon damals seinen Jüngern mit auf den Weg gab, als sie keine eigenen Worte fanden: „Vater unser im Himmel …“. Dieses Gebet, das „Vater unser“, hat an vielen Orten einer Gemeinde und auch im Gottesdienst seinen festen Platz. Es verbindet alle Christen und Christinnen dieser Welt. Es wird in vielen Sprachen gesprochen. Und es verbindet uns sogar über die Zeiten hinweg mit den vorangegangenen Generationen. Und selbst wenn manche Gläubige mit ihrer Kirche nichts mehr anfangen können, so ist dieses Gebet doch oft noch etwas, was ihnen geblieben ist.

 

 

Sieben Bitten sind es, die Jesus in diesem Gebet zusammenfasst hat. Für ihn kommt es beim Beten nicht darauf an, besonders viele Worte zu machen. Kurz darf es sein. Das reicht schon, um mit Gott ins Gespräch zu kommen. Das reicht, um Gott zu erzählen, was mein Leben bewegt, oft auch unerträglich beschwert. Was wir täglich zum Leben brauchen und heute manchmal im Überfluss schon haben, kommt dabei zur Sprache. Das eigene Versagen und die Anfechtung kommen in den Blick. Am Ende des „Vater unser“ sind es Gottes Reich, Kraft und Herrlichkeit, die wir uns gegen alles Böse in unserer Welt herbeiwünschen.

 

Die Konfirmanden in Lippinghausen, Schweicheln und Sundern beschäftigen sich für ihren Vorstellungsgottesdienst intensiv mit dem „Vater unser“, das sie sonst immer im Schlusskreis miteinander sprechen. Jetzt entdecken sie, dass Beten nicht nur etwas für Kinder und Senioren ist. Ein Gebet kann einen Trost und Kraft geben in schwierigen Lebenssituationen. Wenn ich bete, sei es alleine oder in der Gemeinschaft mit anderen, kann ich spüren, dass ich nicht alleine bin. Gott hört mir zu und ihm kann ich sagen, was mich in meinem Leben unruhig und sprachlos werden lässt. Auch wenn meine Wünsche nicht in Erfüllung gehen, spüre ich doch eine Kraft, die mir hilft, das auszuhalten, was ich nicht ändern kann und das zu ändern, was ich nicht mehr aushalte. Lasse Gott Sie diese Kraft spüren, wenn Sie zu ihm beten.

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 26. Juni 2011 um 15:46 Uhr
 

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