| Wenn man älter wird |
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| Geschrieben von: Kai-Uwe Spanhofer |
| Donnerstag, den 04. August 2011 um 19:10 Uhr |
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Es war nur ein Augenblick der Unachtsamkeit und schon war es passiert. Anstatt gegen den Fußball zu treten, bin ich drauf getreten und schon war mein Knie verdreht. Acht Wochen hat es dann gedauert, bis ich wieder schmerzfrei gehen konnte. Acht Wochen, in denen jede Treppe für mich zum großen Hindernis wurde. Hochsteigen konnte ich sie noch, aber sie herunter zu gehen, kostete mich viel Überwindung. Die gewohnte Sicherheit war plötzlich weg. Ich war auf das Treppengeländer angewiesen. Auch sonst brauchte ich daheim viel Hilfe. Kollegen holten mich mit ihrem Auto ab. Eine Nachbarin brachte mich zum Arzt. Und dank meines Physiotherapeuten konnte ich schließlich wieder richtig laufen. Diese acht Wochen sind mir in eindringlicher Erinnerung geblieben. Ich erhielt viel Anteilnahme. Musste mir aber auch die Frage gefallen lassen, warum denn ein Pastor in meinem Alter noch Fußball spielen müsse. So alt hatte ich mich bis dahin noch gar nicht gefühlt. Doch während der acht Wochen bekam ich eine Ahnung davon, was es bedeutet, älter zu werden. Vieles ist dann auch nicht mehr so, wie es einmal war! Jeder Weg scheint plötzlich viel weiter als früher. Die Füße und Beine wollen nicht mehr so, wie man gerne möchte. Viel mehr Zeit muss eingeplant werden, um irgendwo pünktlich zu sein. Und immer wieder muss man sich helfen lassen und sei es nur, um die Schuhbänder zu binden.
Jesus hatte einen Blick und ein Herz für alle, die auf Hilfe angewiesen waren. Er nahm sie in Schutz und teilte die Mahlzeit mit ihnen. „Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Schwachen und Kranken!“ antwortete Jesus damals seinen Kritikern. Heute wäre es schon hilfreich, wenn wir Jüngere ein Gespür für die Lebenssituation der Älteren haben. Die folgenden Seligpreisungen aus Afrika können uns dabei helfen. Jesus hätten sie bestimmt gefallen. „Selig und gesegnet sind, die verstehen, dass mein Geist müde und meine Hände und Füße langsam geworden sind. Selig und gesegnet sind, die nicht schimpfen, wenn ich etwas fallen lasse und die mir geduldig helfen, meine Sachen zu finden. Selig und gesegnet sind, die daran denken, dass meine Ohren schwer hören und dass ich nicht alles gleich verstehe. Selig und gesegnet sind, die wissen, dass meine Augen nicht mehr gut sehen. Selig und gesegnet sind, die auf mich zugehen, mich anlächeln, ein Schwätzchen mit mir halten und gute Erinnerungen an frühere Zeiten in mir wachrufen.“
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| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 04. August 2011 um 20:08 Uhr |




