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Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 17. Juni 2010 um 11:01 Uhr

Die Stadt schien aus allen Nähten zu platzen angesichts der Menschenmenge, die aus allen Himmelsrichtungen zum Fest nach Jerusalem drängte. Der Ansturm war so groß, dass die Römer sicherheitshalber die Besatzung verstärkten und der Statthalter höchst persönlich die Aufsicht vor Ort übernahm. Die Menschen kamen, um das Wochenfest zu feiern, ein Fest des Dankes für die Ernte und für reiche Gottesgaben. Was dann aber geschah, überraschte und überwältigte alle.  „Und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.“ Sie kamen aus unterschiedlichen Orten, aber sie verstanden einander, so, als spräche der andere die eigene Sprache. Sie fühlten, dass sie, obwohl aus unterschiedlichen Ländern und Traditionen kommend, eines Geistes waren. Sie merkten, dass sie gemeinsam unterwegs waren in ihrer Predigt von Gott, der sie frei machte zu einem erlösten, froh machenden Leben. Und dieses Gefühl war so überwältigend, dass es andere ansteckte. Noch am selben Tag ließen sich dreitausend Menschen taufen, und es kamen täglich mehr hinzu.

 Vor einigen Tagen haben wir dieses Ereignis in unseren Pfingstgottesdiensten erinnernd gefeiert, und ich frage mich, ob sich wohl heute, 2000 Jahre später, ähnliches ereignen könnte, wie damals in Jerusalem. Träumen jedenfalls ist erlaubt. Stellen wir uns also vor, wie es sein könnte, wenn wir im Juni zum Vereinigungsfest unserer Kirchengemeinden zusammenkommen: Die Stadt schien aus allen Nähten zu platzen angesichts der Menschenmenge, die aus allen Himmelsrichtungen zum Fest nach Lippinghausen drängte. Der Ansturm war so groß, dass die Festwiese die Menschenmassen kaum aufzunehmen vermochte. Dankbar waren sie gekommen, dankbar für die vielen Jahre, in denen das Wort Gottes in ihren Orten gepredigt und der Geist Gottes ihnen ein lebendiges Gemeindeleben beschert hatte. Was dann aber geschah, überraschte und überwältigte alle: Sie kamen aus unterschiedlichen Orten zusammen, aber sie verstanden einander, sie fühlten sich verbunden. Sie erkannten, dass sie, obwohl aus unterschiedlichen Traditionen kommend, eines Geistes waren. Sie merkten, dass sie gemeinsam unterwegs waren in ihrer Predigt von Gott, der sie frei macht zu einem erlösten, froh machenden Leben. Und dieses Gefühl war so überwältigend, dass es andere ansteckte. Gut, zu einer Massentaufe von dreitausend Menschen wird es am 20. Juni 2010 wohl nicht kommen. Aber dem Geist Gottes traue ich auch heute noch zu, dass er die gleiche Kraft entfaltet, wie zum Pfingstfest in Jerusalem.

 Skeptisch mögen wir sein und unsicher, ob eine Fusion zur Stephanusgemeinde funktionieren und zum Wohl von Kirche beitragen kann. Wir mögen uns noch nicht vorstellen können, wie die ausgedachten Strukturen mit Leben gefüllt werden können. Doch waren nicht auch die Jünger damals skeptisch, verängstigt und verunsichert. Die Zeit der Fülle, der Freude, der Hoffnung, ja der Gemeinschaft mit ihrem Herrn schien vorbei. Verschüchtert hatten sie sich deshalb zurückgezogen. Von sich aus wären sie nie mit der Botschaft eines erlösenden, froh machenden Gottes auf die Straßen der Stadt gegangen. Der Geist Gottes hat sie getragen. Das Ergebnis war die Geburt einer neuen weltweiten Kirche. Welch Kleinigkeit ist es da für den Geist Gottes, uns zur Geburt einer neuen einzelnen Kirchengemeinde zu tragen.

 „Jetzt geht’s ab!“, so lautet die Überschrift zur Pfingstgeschichte in der an der Jugendsprache orientierten Volxbibel. „Jetzt geht’s ab!“, heißt es auch bei uns in Hiddenhausen. Der Startschuss fällt, es gibt kein Verharren und kein Zurück mehr. Ab jetzt gilt: Wir sind Stephanus. Damit es auch in der Stephanuskirchengemeinde so richtig ab geht, dafür brauchen wir Mut, Kraft und Vertrauen. Um uns genau das zu geben, sandte Christus einst den Heiligen Geist. Wo wir der Kraft des Heiligen Geistes vertrauen, da wird man vielleicht auch über uns sagen können:  Und ihr Glauben und ihr Leben war so überwältigend, dass es andere ansteckte. Pfarrer Martin Brings

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 19. Juni 2010 um 16:47 Uhr
 

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