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(von Pfarrer Ulrich Rottschäfer, Foto: © Peter Smola_pixelio.de)
so lauten die Worte eines bekannten Tauf- oder oft auch Konfirmationsspruches. Im Alten Testament, beim Propheten Jesaja, lesen wir, dass diese Worte ein „Gotteswort“ sind (Jes 43,1). Jesaja hatte den Auftrag, dieses Gotteswort weiterzusagen, es den Menschen seiner Zeit zu überbringen. Unverändert gültig spricht dieses Gotteswort aber auch in unsere Zeit: „…du bist von Gott bei deinem Namen gerufen!“
Ein Name ist ja etwas ganz Eigenes, etwas, das die Person bezeichnet, das eng und direkt zu dieser Person gehört, sich mit der Person ganz verbindet. Ein Name, auf einen Gegenstand geschrieben, erklärt den Gegenstand zum Eigentum dieser Person. Ein Name an der Tür sagt: dieser Mensch wohnt hier! Wer einen Namen fälscht, einen Namen in den Schmutz zieht, der trifft damit sofort und konkret diese betreffende Person, fügt ihr selbst den Schaden zu. Der Name gehört zu uns wie unser Körper: wir leben mit ihm.
In der Taufe ruft GOTT uns bei unserem Namen – und wartet, dass wir ihm eines Tages antworten. Gott spricht nicht mit einer namenlosen Masse von Menschen, nicht mit einem Jahrgang aus der Gemeindeglieder-Kartei, nicht mit einer quirligen Konfirmandengruppe am Dienstag, sondern er sagt: DU. Er spricht zum einzelnen Menschen, er meint mich, er meint dich, er meint jeden sehr persönlich: „Du - bist mein“.
Am Konfirmationstag – und wohl schon in den Wochen und Monaten davor – werden junge Menschen an dieses Rufen Gottes, wie es bei der Taufe geschah, erinnert. Und auch Jubilare lassen sich an ihrem Tag daran erinnern – hoffentlich. Gott hat dich, ja DICH, bei deinem Namen gerufen – hast du es gehört? Wer sich im Leben zu weit von Gott entfernt hält, der hat es sicher schwer mit dem Hören seines Rufes. Wer seine Ohren „auf Durchzug“ stellt, kann nicht hören, was da aus Gottes Wort, mit Gottes Wort, als Gottes Wort gerufen wird. Je aufmerksamer ich aber bin (oder werde), desto mehr, desto deutlicher höre ich dieses Rufen.
Das soll ich jedenfalls wissen: das Rufen Gottes endet nie! Nicht nach der Taufe, nicht am Tag nach der Konfirmation, nicht beim Konfirmationsjubiläum. Nie. Es ist auch, anders als unser Hören, niemals unterbrochen. Bis in die letzte Lebensstunde hinein verstummt Gottes Rufen nicht. Gott ruft – was eigentlich?
Er ruft, um mir zu allererst und immer wieder dies Eine zu sagen: „du bist mein!“ Du lebst nicht aus purem Zufall, sondern als genialer Gedanke Gottes. Du lebst nicht als Niemand im Strom der Zeit, sondern: Gott kennt dich bei deinem Namen! Du treibst nicht als „herrenloses“ Staubkorn durchs All, sondern: du bist Eigentum! Du endest nicht in einem blinden Schicksal, sondern: da ist jemand, der dich hält, der dich nicht preisgibt, dem du nicht verloren gehst. Nie!
Ist das nicht die wichtigste „Information“, die wir für unser Leben überhaupt bekommen können? Die Antwort fällt sicher so individuell aus, wie Gottes Rufen an jeden und jede von uns. Zur Antwort aber, ja: zur Ver-Antwortung unseres Lebens gegenüber dem, der uns so persönlich meint, sind wir gerufen.
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